Früher galten Kürbisse als Arme-Leute-Essen oder wurden gleich als Viehfutter verwendet - das hat sich zum Glück geändert. Denn Kürbisfleisch schmeckt nicht nur sehr gut, es enthält auch viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Kalzium, Zink und Vitamine der Gruppen A, C, D und E. Grund genug, es öfter auf den Tisch zu bringen.

Einen reifen Kürbis erkennt man daran, dass er hohl klingt, wenn man darauf klopft. Hat er eine intakte Schale, kann man ihn im feuchten Keller wochen- oder sogar monatelang lagern. Angeschnittene Kürbisse halten sich im Kühlschrank ein paar Tage. Aus einem Kilo Kürbis erhält man bei der Zubereitung etwa 600 bis 700 g Fruchtfleisch.

Insgesamt gibt es übrigens mehr als 800 Kürbissorten - Speise- und Zierkürbisse. Aus Kürbiskernen wird in der Steiermark das dunkelgrüne Kürbiskernöl gemacht, köstlich zu Suppen und Salaten. Die bei uns am häufigsten angebotenen Speisekürbisse sind in drei Familien unterteilt:

Patisson und andere Gartenkürbisse

Patissons, im Foto ein Patisson blanc, auch Ufo, Courgette oder Squash genannt. Die Schale der jungen Früchte ist weich und dünn, bei älteren Früchten wird sie hart. Patissons blancs werden mit einem Durchmesser von 10 bis 20 cm und einem Gewicht von 500 bis 1000 g geerntet. Die anderen Patisson-Sorten schmecken ganz jung und klein am besten (Mini-Patissons), man isst sie sogar dann mit Schale und Kernen, zum Beispiel sauer eingelegt.

Sweet Dumpling, auch Patidou genannt, stammt aus Mexiko. Die Früchte werden 300 bis 600 g schwer und schmecken süß und sehr aromatisch nach Esskastanien, besonders wenn sie im Ganzen gegart werden. Das Fruchtfleisch ist fest und knackig.

Jack be Little ist sehr dekorativ, die Früchte wiegen 150 bis 300 g und haben ein festes, orangefarbenes Fruchtfleisch, das auch roh gut schmeckt. Gegart hat auch dieser Kürbis das Aroma von Esskastanien. Sweet Dumpling und Jack be Little gehören zu den Mini-Gartenkürbissen und werden oft auch als essbare Zierkürbisse angeboten.

Butternut und andere Moschus-Kürbisse

Sie riechen angeschnitten leicht nach Moschus und wachsen nur im warmen Klima. Am besten schmecken sie, wenn sie noch grün, also leicht unreif sind. Reife Früchte haben eine cremefarbene bis braune Schale.

Butternuss, auch Butternut genannt, ist birnenförmig und wird etwa 1 bis 2 kg schwer. Diese Sorte hat nur wenig Kerne und liefert daher sehr viel Fruchtfleisch. Der Kürbis hat ein feines Butteraroma, daher sein Name. Er schmeckt roh oder gegart.

Muskatkürbis, auch Muscade de Provence, wird bis zu 20 kg schwer und ist stark gerippt. Er schmeckt sehr saftig und aromatisch. Das Fruchtfleisch kann auch roh gegessen werden, gegart verwendet man ihn als Gemüse oder in Füllungen.

Hokkaido und andere Riesenkürbisse

Riesenkürbisse können gigantische Ausmaße annehmen. Bekannt ist zum Beispiel der "Deutsche gelbe Zentner", der tatsächlich mehr als 50 Kilogramm auf die Waage bringen kann und in vielen Bauerngärten zu bestaunen ist. Es gibt aber auch viele Sorten mit kleineren Früchten, die deutlich aromatischer schmecken als die großen Sorten.

Hokkaido, auch Zwiebelkürbis, Maroni-Kürbis oder Potimarron genannt, ist eine der beliebtesten und schmackhaftesten Riesenkürbissorten. Die Früchte werden mit 1 bis 2 kg Gewicht angeboten und haben eine an Zwiebeln erinnernde Form. Die Schale ist leuchtend orange und kann mitgegart und -gegessen werden. Dadurch ist er unkompliziert vorzubereiten. Der Hokkaido ist durch sein feines Esskastanien-Aroma ein "Einsteigerkürbis", der überall zu bekommen ist. Er schmeckt als Suppe, Auflauf oder Tarte.

Türkenturban, auch Bischofsmütze genannt, fällt durch sein ungewöhnliches Aussehen auf. Beim Wachstum bleibt der Blütenansatz als Ring stehen, um den sich wulstiges, oft andersfarbenes Fruchtfleisch bildet. Da der Kürbis durch diese Verwachsung schwer zu schneiden ist, wird er meist ausgehöhlt und mit Suppe gefüllt. Er schmeckt aromatisch und wird als 1 bis 2 kg schwere Frucht angeboten.

Spaghetti und Stripetti-Kürbis: Kürbissorten für Kürbis-Anfänger

Wer zum ersten Mal einen Kürbis zubereiten möchte, kann mit dem Spaghetti- oder Stripetti-Kürbis nicht viel falsch machen. Denn diese Kürbissorten, die zur Gattung der Gartenkürbisse "Cucurbina pepo" gehören, lassen sich einfach verarbeiten.

Seinen Namen hat der Spaghetti-Kürbis von seinen langen dünnen Fasern, die nach dem Kochen Spaghettis ähneln. Man erkennt ihn an seiner zylinderartigen Form und seiner gelben Farbe. Dagegen besitzt der Stripetti-Kürbis eine grün-gelbe Färbung mit grünen Längsstreifen. Dieser ist eine Kreuzung aus dem Spaghetti-Kürbis und der Sorte "Delicata". Spaghetti-Kürbisse wiegen im Durchschnitt zwischen 1,5 und 3 Kilogramm. In einem kühlen Keller lassen sie sich bis zu 12 Monate lagern.

Spaghetti- und Stripetti-Kürbisse haben ein nussähnliches Aroma und hellgelbes Fruchtfleisch. Sie schmecken als Zutat in Salaten oder mit einer Hackfleisch-Kürbis-Füllung besonders gut. Daneben eignen sie sich zum Backen, Braten, Pürieren, Gratinieren und als Einlage für Suppen.

Eine andere Idee sind Kürbis-Schiffchen, bei denen der Kürbis einfach gekocht und anschließend halbiert wird. Gewürzt mit Salz, Pfeffer und nach Belieben Parmesan oder eine feine Sauße erhält man eine schnelles und leckeres Gericht, weshalb sich diese Sorte besonders für Menschen eignet, die zum ersten Mal Kürbisse zubereiten.

Die Zubereitung des Spaghetti-Kürbisses

Im Gegensatz zu anderen Sorten, wie dem Hokkaido-Kürbis werden sie nicht in Stücke geschnitten. Stattdessen kocht man sie entweder im Ganzen oder halbiert sie quer, um die Kürbishälften beispielsweise im Ofen zu garen. Wichtig ist, dass die Fasern möglichst unbeschädigt bleiben, da das Fruchtfleisch während der Zubereitung weich wird und zerfällt. Die Garzeit hängt dabei von der Größe des Kürbisses ab.

Für gekochte Kürbis-Spaghetti sticht man die Schale mehrmals ein und legt ihn in einen mit Wasser gefüllten Topf. Nach ca. 40 Minuten bei mittlerer Hitze fährt man mit einer Gabel über die Haut. Ist sie weich und hinterlässt die Gabel leichte Spuren, ist der Kürbis gar. Nun schneidet man ihn auf und entfernt die Kerne. Die weichen Fasern lassen sich mit einer Gabel herauslösen und anschließend wie Spaghetti essen.

Für einen gebackenen Spaghetti-Kürbis halbiert man ihn in Längsrichtung und entfernt die Kerne. Im nächsten Schritt müssen die Hälften ca. 30 bis 40 Minuten im Backofen garen. Sobald die Fasern weich sind und zerfallen, lassen sie sich pur oder mit einer würzigen Füllung direkt aus der Schale genießen.

Neben diesen Zubereitungsmethoden ist es auch möglich, die Kürbishälften zu dämpfen. Außerdem passt das Fruchtfleisch zu Chutney, Mus und Konfitüren.